Therapie bei Erektionsproblemen

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Warum kommt das vor?

Epidemiologie und Ursachen

Umfragenergebnisse in den USA von 1987-1989 (sog. Massachusetts Male Aging Study) haben gezeigt, dass über 50% aller amerikanischer Männer zwischen 40 und 70 Jahren über Erektionsprobleme unterschiedlichen Schweregrades klagten, wobei 34% dieser Männer schwere oder mäßige Störungen angaben.

Erektionsprobleme stellen ein weltweites Problem dar und betreffen meistens hoch entwickelte Industrieländer.

Erektionsprobleme kommen deutlich häufiger bei Diabetikern, Patienten mit hohem Blutdruck, koronarer Herzkrankheit, erhöhtem Cholesterin und starkem Nikotinkonsum vor.

Diagnostik

Allgemeine Labordiagnostik: Bei allen Männern mit längerfristigen Potenzproblemen sollten auf jeden Fall die folgende Blutwerte untersucht werden: Blutfette (Cholesterin und andere), Blutzuckerwerte (Glucose, HbA1C). Von den Hormonwerten sollte auf jeden Fall der Testosteron- und der Prolaktinwert bestimmt werden.

Im Mittelpunkt der Urologischen Diagnostik steht der sogenannte Schwellkörperfunktionstest mit vasoaktiven Medikamenten (z.B. Prostaglandin E1 oder Papaverin/Phentolamin). Bei dieser Untersuchung wird das Medikament in der Schwellkörper des Mannes vom Arzt mit sehrdünnen Nadel praktisch schmerzfrei injiziert. Diese Medikamentenspritze führt normalerweise nach 5 – 10 Minuten zu einer Gliedsteife. In dieser Zeit kann man eine Blutströmung in den zuführenden Penisgefäßen mit Hilfe einer Duplexultraschalluntersuchung bemessen. Die Blutflusswerte zeigen, ob die genügende Blutversorgung der Schwellkörper des Penis vorliegt.

Nach Zusammentragen aller Untersuchungsergebnisse werden dann mit dem Patienten bzw. dem Paar die Ursache und die Behandlungsmöglichkeiten besprochen, um ein individuelles Therapiekonzept zu erarbeiten.

Lassen Sie sich beim Arzt beraten

Ein zufriedenes Sexualleben ist ein Zeichen von guter Gesundheit. Sie haben immer die Möglichkeit, sich an uns zu wenden und die Antworten auf alle für Sie wichtigen Fragen zu erhalten.

Therapeutische Möglichkeiten

Unten sind die therapeutischen Möglichkeiten aufgeführt, die heutzutage als weltweit anerkannt gelten. Die Praxis für Urologie von Hermann Steffen bietet etwa 80% von ihnen an. Behandlungsmethoden, die nicht zur Anwendung kommen, sind als solche markiert.

Die Anwendung von einzelnen Behandlungsmethoden hängt von den Ergebnissen der Diagnostik und den Wünschen des Patienten ab.

Nach der Untersuchung findet man bei ca. 30-40% Männer mit Potenzproblemen keine relevanten organischen Ursachen.  Deswegen spricht man über Erektionsprobleme,

die überwiegend psychische, oder funktionelle Ursachen haben. Der Begriff funktionelle (synonym psychische) Impotenz steht hierbei für eine Reihe von nicht-organischen Störungen der Potenz und Libido:

  • Ständige berufliche oder private Überforderung (Stress)
  • Psychosexuelle Entwicklungsstörungen mit der Ursachen in der Kindheit
  • Generelle Beziehungsprobleme
  • Partnerschaftsprobleme
  • Depressionen
  • Religiose Hemmung
  • Sexuelle Phobien und Abweichungen
  • Versagensängste
  • Sexuelle Hemmung
  • Von denen des Partners abweichende sexuelle Vorlieben
  • Früherer sexueller Missbrauch

Hier gilt es, die verschiedenen Störfaktoren für ein sorgenfreies Liebesleben aufzudecken und aktiv anzugehen.
 Häufigste Ursache für funktionelle (psychische) Erektionsprobleme sind in unserer Leistungsgesellschaft Stressfaktoren und darauf basierend Versagensängste im Bett. Beide gehen mit einer erhöhten Aktivierung des sympathischen Nervensystems und damit einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin einher. Mit anderen Worten:  Sex fordert Energie von Körper und Seele, damit ein ungestörtes Liebesleben auch ermöglicht wird. Wenn “Mann” täglich 10-12 Stunden arbeitet, womöglich auch noch am Wochenende, ist es nicht verwunderlich, dass “Er” seine Liebesdienste einstellt. Sex erfordert stressfreie Ruhezeiten, dies gilt für Ihn und für Sie.

 Wenn man seine ganze Energie dem Beruf, den Hobbies und anderen Dingen opfert, bleibt für den Sex schlicht und einfach nichts mehr an verfügbarer Energie übrig: “Mann” versagt im Bett, da „Mann“ ständig am Limit ist. Ähnliches gilt übrigens auch für Frauen. Die Frauen können aber diese nicht “impotent” werden, sie leiden dann an sexueller Unlust, an Erregbarkeitsstörungen oder gar an Dyspareunie (Schmerzen beim Koitus). All die genannten Faktoren, welche eine psychische Impotenz hervorrufen können, lassen sich durch ein oder mehrere Sexualberatungsgespräche mit Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten meist deutlich bessern. Bei Patienten mit in der Psyche verwurzelten Sexual- und Erektionsstörungen ist eine längerfristigen (6-12 Monate) Therapie bei einem geschulten und erfahrenen Sexualtherapeuten notwendig.

PotenzDie PDE-5-Hemmern sind die „Könige“ unter den Behandlungsmöglichkeiten der Erektionsstörung. Es gibt inzwischen vier PDE-5-Hemmern:

Sildenafil („Viagra“)
Tadalafil „Cialis“)
Vardenafil („Levitra“)
Avanafil („Spedra“)

Sie unterscheiden sich in verschiedenen Eigenschaften, wie z.B. Wirkdauer, Selektivität, pharmakologische Wirkstärke, Veträglichkeit usw. Mit den wünschenswerten neuen Medikamenten kann der Arzt individuell das richtige Arzneimittel für den Patienten auswählen.

Sie ist als „Spritze in den Penis“ bekannt. Kurz vor dem Sex injiziert der Mann sich ein Medikament in den Penisschwellkörper. Nach etwa 10-25 Minuten wird der Penis steif und Geschlechtsverkehr möglich.

Bei der intraurethralen Therapie wird eine Art längliche Tablette (Pellet) mit einem Applikator in die Harnröhre eingeführt. Spricht der Mann auf das Medikament an, kommt es nach etwa 15 Minuten zur Erektion.

Vakuumpumpen für die Behandlung der erektilen Dysfunktion sorgen mit Hilfe eines Glas- oder Plastikzylinders, in den der Penis eingeführt wird, durch Absaugen der Luft für ein Vakuum. Der Unterdruck führt zu einem verstärkten Blutzufluss in die schwellkörper und damit zu einer Erektion. Ist der Penis ausreichend erigiert, wird zuerst an der Peniswurzel ein Gummiring übergestreift, der einen Blutabfluss verhindert, und dann der Zylinder entfernt wird. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der Gummiring wieder abgenommen und der Penis erschlafft sich.

Fehlt es an der „Lust“ (Libido), so ist die Ursache in der Regel ein Nachlassen der Testosteron-Produktion. Hier kann man aber auch helfen. Testosteron ist nicht nur wegen seiner die Libido steigernden Wirkung bedeutsam. Es kann auch bei Erektionsproblemen eingesetzt werden, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass ein verminderter Testosteron-Blutspiegel vorliegt.

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Eine neue revolutionäre, konservative Therapie bei Impotenz stellt die extrakorporale Stoßwellentherapie dar. Die Methode wurde in Israel entwickelt. Mit Hilfe einer Stoßwellenmaschine werden hierbei an verschiedenen Applikationsorten des Penis mit einer Sonde niederenergetische Schockwellen in den Schwellkörper gesendet.

Insgesamt werden je nach Methode/Apparat und Schweregrad der Erektionsstörung 4-12 Sitzungen jeweils ca. 15-30 Min. durchgeführt. Bei der Anwendung der Schockwellen kommt es zu einer Verbesserung der Durchblutung des Schwellkörpers auf Grund von Bildung neuer kleinster Gefäße.

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Mehrere Studien haben gezeigt, dass diese Methode insbesondere bei Männern mit organischen Erektionsproblemen und insbesondere gefäßbedingter Impotenz Erfolg versprechend ist und die Potenz langfristig über Jahre erhalten bleibt.

Dies gilt auch für Patienten mit schwerer organisch bedingter Impotenz bei welchen PDE-5-Hemmer(Viagra, Cialis usw.) nicht mehr wirken. Nach Durchführung der Schockwellentherapie reagierten diese Patienten wieder auf die Potenzmittel und konnten Geschlechtsverkehr haben.

AMS_700_1Mit Penisprothesen sind Implantate gemeint, die operativ in den Penis eingesetzt werden und eine künstliche Versteifung des Gliedes ermöglichen. Solche Implantante kommen relativ selten im Einsatz bei der Behandlung der Erektionsstörungen des Mannes. Die Indikationen zu einer solchen Operation kommen bei denen wo alle anderen Methoden nicht zum Erfolg geführt haben.

Medizinischer Blutegel Therapie HirudoDer Blutegel (Hirudomedicinalis – Hirudooffizinalis) ein schwarzbräunliches wurmartiges, ca. 3-5 cm langes Tier, sondert beim Biss ein Sekret mit mehreren Wirkstoffen, insbesondere Hirudin ab. Die Wirkung der Wirkstoffen ist vielfältig:

  • Gerinnungshemmend, da über mehrere Stunden ein Nachbluten der kleinen Wunden erfolgt;
  • Lymphstrombeschleunigend; aus Blut und Geweben strömt vermehrt Blut und deshalb kommt es zu einer starken Entgiftungswirkung ;
  • Antithrombotisch, die Thrombenbildung wird deutlich herabgesetzt;
  • Immunstimulierend, der Anreiz der Leukozytenbildung wird über den Blutentzug gleichzeitig induziert;
  • Gefäßkrampflösend. Schmerzen und Stauungsgefühl im lokalen Umfeld lassen durch Umstimmung der örtlichen Gefäßfunktion nach.

Bei der Potenzproblemen führt die Anwendung von Blutegeln zur deutlichen Verbesserung der Erektion, dazu kommt eine wesentliche Endstauung im Beckenbereich und Beinen, Verkleinerung der Prostata und Erleichterung beim Wasserlassen.

Die Homöopathie ist eine alternative medizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann beruht.

Nach dem Ähnlichkeits- oder Simileprinzip – „similia similibus curentur“ („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“) – sollen Krankheiten durch Mittel geheilt werden, die bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen, wie sie bei dem Kranken beobachtet werden.

Ein weiterer Grundsatz der Homöopathie ist die Verwendung „potenzierter“ Mittel. Unter Potenzierung ist die starke Verdünnung bei gleichzeitiger „Dynamisierung“ (Verschuttelung oder Verreibung) zu verstehen.

In meiner Praxis verwenden wir schon fertigbereitete homöopathische Arzneinmitteln von dem Hersteller „Heel“. Dies führt bei Patienten zu einer gesteigerten Libido, Zunahme von spontanen nächtlichen Erektionen, deutlich steigende Bereitschaft zum spontanen Geschlechtsverkehr und Verbesserung der körperlichen Belastung.

Mehr über die Therapie erfahren

Auch wenn ein Mann mit 90 Jahren sexuelle Lust empfindet, soll er sich nicht scheuen, die modernen Therapiemethoden zu nutzen. Entscheidend ist das Gespräch mit dem Arzt mit dem Ziel, eine passende Lösung zu finden!